Praxis für Kinder- und Jugend­lichen­psychotherapie 
Veronika Widmann M. Ed.
 

Erste Hilfe für Eltern psychisch kranker Kinder


Erste Hilfe für Eltern psychisch kranker Kinder
Psychische Erkrankungen machen Eltern und andere Bezugspersonen betroffener Kinder und Jugendlicher häufig sehr hilflos.
Was tun, wenn sich das Kind zunehmend zurückzieht, niedergeschlagen ist, sich selbst verletzt, kaum etwas isst oder aus Angst kaum noch aus dem Haus geht?
Zunächst bewahren Sie Ruhe. Dass sie heute auf dieser Homepage sind, zeigt, dass Sie Ihr Kind ernst nehmen, es in seiner Not sehen und hören. Das ist die wichtigste Botschaft, die Sie ihrem Kind zum aktuellen Zeitpunkt senden können und auch für eine ambulante Psychotherapie eine enorme Ressource. Von dort aus könne wir gemeinsam ein Verständnis dafür entwickeln, wie die Probleme Ihres Kindes entstanden sind und durch welche Umstände sie aufrechterhalten werden.
Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Kind/Jugendlichen ohne aufdringlich zu werden oder in die Privatsphäre ihres Kindes einzugreifen. Konkret: Bleiben sie interessiert am Leben und Empfinden Ihres Kindes, signalisieren Sie Gesprächsoffenheit und beziehen Sie das Kind/den Jugendlichen in alltägliche Abläufe, wie beispielsweise gemeinsame Essenszeiten oder Familienaktivitäten ein.
Ganz ohne Watte. Die Phase einer psychischen Erkrankung ist nicht nur für Kinder und Jugendliche selbst sehr belastend, sondern auch für Angehörige schwer aushaltbar. Eltern wollen helfen und das Leiden des Kindes/Jugendlichen verringern. Achten Sie dennoch darauf, Ihre Familienregeln (Bettgehzeiten, Ausgehzeiten, Medienkonsum, Schulbesuch, Lernen, Hausaufgaben etc) aufrechtzuerhalten. Das schafft Orientierung und vermittelt Kindern ein Gefühl von Halt und Sicherheit.
Vorsicht vor der Vermeidungsfalle! Nehmen Sie Ihrem Kind das, wovor es Angst hat, nicht ab, sondern unterstützen Sie es, seine Ängste zu überwinden.
Haben Sie Geduld mit sich, Ihrem Kind/Jugendlichen und ggf. der Therapie. Nicht nur das Finden eines geeigneten Therapieplatzes für Ihr Kind, auch die ersten Therapieerfolge und Symptomlinderungen können einiges an Ihren Nerven und Geduld beanspruchen.
Achten Sie auf sich selbst! Nehmen Sie sich Zeit für sich, pflegen Sie Ihre Hobbies und Interessen, nutzen Sie Möglichkeiten eines Ausgleichs zum Alltag. Das Leben mit einem psychisch erkrankten Kind/Jugendlichen ist für Bezugspersonen/Eltern sehr anspruchsvoll. Suchen Sie sich ggf. selbst psychotherapeutische Unterstützung.